Warum wir gerade in Krisenzeiten das Positive sehen sollten
Du schaust Nachrichten, liest Schlagzeilen und fragst dich: „Wird alles nur noch schlimmer?“ Ob bei politischen Umbrüchen, wirtschaftlichen Turbulenzen oder persönlichen Herausforderungen – oft fällt es uns schwer, noch das Gute zu sehen. Doch genau das kann unsere mentale Lage dramatisch verschärfen.
Der Grund: unsere selektive Wahrnehmung.
Wie unser Gehirn die Welt filtert
Kennst du das? Du kaufst dir ein neues Auto – sagen wir einen roten Kleinwagen – und plötzlich siehst du genau dieses Modell überall. Das liegt nicht daran, dass plötzlich alle dein Auto fahren, sondern an einem psychologischen Mechanismus: selektive Wahrnehmung. Unser Gehirn filtert Informationen so, dass sie zu dem passen, was wir bereits kennen oder erwarten.
Genau das passiert auch in Krisenzeiten. Wer mit Sorgen und Ängsten in eine Phase der Veränderung blickt, sieht vor allem negative Nachrichten, dramatische Prognosen oder pessimistische Stimmen. Alles, was dieses Weltbild stützt, wird besonders wahrgenommen – während positive Entwicklungen unbemerkt vorbeiziehen.
Die Folge: Die Welt erscheint düsterer, als sie wirklich ist.
Warum dieser Filter uns stresst
Besonders in Situationen, in denen wir das Gefühl haben, keinen Einfluss zu haben – etwa bei politischen Entscheidungen – wird dieser Effekt stärker. Wir fühlen uns hilflos, machtlos, ausgeliefert. Die selektive Wahrnehmung bestärkt dieses Gefühl: Plötzlich sehen wir nur noch das Schlechte. Die Gedanken kreisen, der Stresspegel steigt, wir werden innerlich starr.
Dabei ist das nicht nur ein individuelles Phänomen – auch Medien, Social Media und Gespräche im Umfeld können diesen Filter unbewusst mitverstärken. Wenn alle über dieselben Sorgen sprechen, erscheint das Problem größer, als es vielleicht ist.
Wie du den Fokus wieder ins Positive lenkst
Die gute Nachricht: Du kannst diesen Filter bewusst steuern. Eine einfache Frage hilft dabei: „Welche konkreten Auswirkungen hat dieses Ereignis auf mein Leben – und sind sie wirklich so negativ?“ Oft zeigt sich: Die Angst ist größer als die tatsächliche Bedrohung.
Hier ein paar praktische Tipps:
- Stelle bewusst positive Fragen: „Was läuft gerade gut?“,
„Was habe ich in letzter Zeit geschafft?“ - Reduziere den Nachrichtenkonsum – und wähle bewusst konstruktive Quellen.
- Blicke abends auf den Tag zurück und überleg was alles gut gelaufen ist.
- Sprich mit Menschen, die lösungsorientiert denken und dich inspirieren.
Mit ein wenig Übung verändert sich dein Blickwinkel – und das beeinflusst auch deine Stimmung, deine Entscheidungen und dein Stresslevel.
Fazit
Du entscheidest, welchen Filter du nutzt. Selektive Wahrnehmung ist ein ganz natürlicher Mechanismus – aber er kann uns auch in die Irre führen. Gerade in schwierigen Zeiten lohnt es sich, bewusst gegenzusteuern. Nicht, indem wir Probleme ignorieren, sondern indem wir auch das Gute wieder in den Fokus rücken.
Oder um es mit den Worten von Antoine de Saint-Exupery zu sagen
„Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung“
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